Service: Rad im Flieger

So viel kostet die Rad-Mitnahme im Fluggepäck

Wer sein Fahrrad im Flugzeug mitnehmen möchte, sollte zuvor die Transportkosten und die Bedingungen der Fluggesellschaften vergleichen. Die günstigste Radverpackung ist ein passender Fahrradkarton.

Armin Herb am 18.10.2013
DS080421_0001
Daniel Simon

Wer mit dem Rad die Welt entdecken möchte, aber nicht in Deutschland starten kann, weil er nicht Monate lang Zeit hat für seine Reise, ist darauf angewiesen, Fahrrad und Gepäck im Flugzeug zu transportieren. Im Prinzip kein größeres Problem, wenn man diverse Details beachtet und genügend Reisebudget aufbringt. Noch vor rund 20 Jahren konnte man bei manchen Airlines mit dem Fahrrad unangemeldet zum Check-in kommen. Das Sportgepäck wurde oft kostenlos mitgenommen. Diese lockeren Zeiten sind endgültig vorbei. Die Bestimmungen für Mitnahme und Verpackung unterscheiden sich von Airline zu Airline. Die Transportpreise erreichen vor allem bei Fernflügen mit Liniengesellschaften mittlerweile Dimensionen, dass sich viele Fernradler schon überlegen, eventuell vor Ort ein Fahrrad zu kaufen oder zu leihen. E-Bikes und Pedelecs werden aus Sicherheitsgründen von den meisten Airlines gar nicht transportiert.

Anmeldung und Buchung
Praktisch alle Fluggesellschaften verlangen die vorherige Anmeldung eines Fahrrades, am besten gleich bei der Buchung oder spätestens zwei bis drei Tage vor Abflug – entweder online, per Telefon oder im Reisebüro. Dabei lässt sich auch klären, ob auf dem Flug überhaupt Fahr­räder mitgenommen werden. Auf bestimmten Strecken, vor allem wo kleine Flugzeuge eingesetzt werden, sind keine Räder im Gepäck zugelassen. Wichtig ist auch zu wissen, ob bei einem Umsteigen die Fluggesellschaft gewechselt wird und dadurch eventuell andere Bestimmungen gelten. Wenn Fahrräder erst beim Check-in angemeldet werden, kann von der Airline der Transport abgelehnt werden, oder es wird zumindest eine erhöhte Gebühr verlangt.
Bei der Fahrradanmeldung sollte man sich auch gleich über Transportkosten, Verpackungsvorschriften, Höchstgewicht und Gepäckmaße informieren.
Bei den meisten Fluggesellschaften gilt das Fahrrad als Sport- oder Sondergepäck, das gegen eine fixe Gebühr mitfliegt. Bei manchen Airlines wird das Gewicht des Fahrrades mit dem Freigepäck verrechnet. Wenn das Gewicht des Fahrrades und der Ausrüstung (Kleidung, Werkzeug, Packtaschen etc.) das Freigepäck übersteigt, muss Übergepäck bezahlt werden. Schweres Fahrradgepäck kann deshalb auf einem Fernflug pro Strecke schon mal über 400 Euro kosten. Ein genauer Vergleich der Beförderungsbedingungen und -kosten kann viel Geld sparen.

Vorbereitung und Verpackung
Bis auf wenige Fluggesellschaften, wie Lufthansa, verlangen alle eine Verpackung im Fahrradkoffer, Fahrradkarton oder in der Fahrradtasche. Außerdem: Lenker quer stellen (90 Grad), Luft aus dem Reifen lassen (50%), Pedale abschrauben, lose Teile wie Pumpe, Satteltasche, Radcomputer etc. abnehmen. Verpackungstipps siehe Kasten!

Check-in
Immer rechtzeitig am Flughafen sein, da das Fahrrad nach Anbringen des Gepäckabschnittes noch zum Sperrgepäckschalter (Bulky Luggage) gebracht werden muss, und der liegt oft am anderen Ende der Abflughalle. Für manche Flüge wird auch ein Vorabend-Check-in angeboten.

Versicherungsschutz
Da das Fahrrad durch die Airlines meist nur unzureichend versichert ist, empfiehlt sich eine passende Reisegepäck- oder Fahrradversicherung.

Die Transportkonditionen unterscheiden sich oft je nach Fluggesellschaft und Flugstrecke.

So wird das Reiserad sicher verpackt
• Im Fahrradgeschäft einen alten Fahrradkarton besorgen
• Luft aus den Reifen lassen (ca. 50 %)
• Umwerfer vorne auf das kleinste Kettenblatt schalten
• Pumpe, Trinkflasche, Radcomputer, Satteltasche abnehmen und im Gepäck verstauen
• Vorderrad für den Transport ausbauen. Distanzhalter in die Gabel klemmen zum Schutz gegen Verbiegen
• Bei Scheibenbremsen einen Brems-Distanzhalter zwischen die Bremsbeläge klemmen
• Lenker ohne Lösen der Schrauben um 90 Grad nach rechts drehen
• Brems- und Schaltgriffe nach unten drehen, damit sie nicht überstehen
• Pedale abschrauben und zusammen mit dem Schnellspanner z.B. am Flaschenhalter befestigen, mit Klebeband oder Kabelbinder
• Sattel so weit wie möglich absenken oder herausnehmen und am Rad befestigen
• Schaltwerk zum Schutz des Schaltauges abschrauben und per Kabelbinder oder Klebeband an der Kettenstrebe befestigen
• Erweiterter Schutz: Rahmen mit Heizungsrohr-Dämmmaterial aus dem Baumarkt ummanteln
• Adressanhänger mit Heimatadresse und erster Adresse vor Ort am Rad anbringen
• Nach dem Verpacken den Fahrradkarton außen mit Namen und Heimatadresse beschriften.


 

Downloads


(für Print-Jahresabonnenten kostenlos)

Artikelstrecke So verpacken Sie Ihr Rad richtig


Armin Herb am 18.10.2013

Das könnte Sie auch interessieren


Anzeige