Bahnfrei! Fahrrad-Tour auf alten Bahntrassen durchs Bergische Land

Matthias Rotter

 · 24.08.2022

Bahnfrei! Fahrrad-Tour auf alten Bahntrassen durchs Bergische LandFoto: Matthias Rotter

Zwischen Rhein und Ruhr hinterließ das Industriezeitalter ein vergessenes Schienennetz. Heute versprechen die Radwege auf den alten Bahntrassen Fahrradgenuss vom Feinsten. Eine Achterbahnfahrt durch kühle Tunnels und über luftige Viadukte.

Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt“, sang Herbert Grönemeyer im Jahr 1984. Der Musiker beschrieb damit den Grauschleier, der Deutschlands Industrieregionen einst überzog. Klar, an erster Stelle denkt man dabei ans Ruhrgebiet. Aber auch der südlich des namengebenden Flusses angrenzende Großraum zwischen den Städten Düsseldorf, Wuppertal und Leverkusen zählt zu den ältesten Wirtschaftszentren weltweit. Das Bergische Land steht für Metallverarbeitung, Werkzeugherstellung, Maschinenbau und Textilindustrie.

Bonjour Tristesse? Mitnichten!

Was also erwartet mich hier? Bonjour Tristesse? Radfahren zwischen Fabrikhallen und durch öde Häuserschluchten? Mitnichten. Bereits seit unserem Start in Wermelskirchen rollen wir auf der Balkantrasse durch einen Tunnel aus sattem Grün. Natur statt Grauschleier. Der Radweg ist eine von zahlreichen Routen, die das Bergische Land auf ehemaligen Eisenbahnlinien durchziehen. Mit moderaten Steigungsprozenten und abseits von Stadthektik und verkehrsreichen Straßen. Bis Anfang der Achtzigerjahre schnaufte hier der Balkanexpress durch die Hügel, so genannt, weil der dünn besiedelte Abschnitt zwischen Leverkusen und Lennep die Menschen wohl ans gleichnamige Gebirge im Südosten Europas erinnerte. Es mag auch eine ordentliche Prise Fernweh hineingespielt haben, man weiß es nicht. Fest steht hingegen, dass wir bereits nach wenigen Kilometern begeistert sind von dieser unbeschwerten Art des Radfahrens. Die alten Bahndämme zeugen zwar einerseits vom Niedergang des Schienenverkehrs, vor allem in strukturschwachen Regionen. Andererseits werden sie mit ihrer Reaktivierung wieder Teil eines umweltfreundlichen Verkehrssystems der Gegenwart und Zukunft. Auch mein Fahrradpartner Klaus, der im benachbarten Ruhrgebiet zu Hause ist, berichtet von zahlreichen herrlichen Rad-Bahnrouten durch sein Heimrevier.

Die komplette Reisereportage mit allen Infos finden Sie in MYBIKE 5/2022 oder als kostenpflichtigen PDF-Download unter dem Artikel.

Ruhr Radweg zwischen Essen und Hattingen
Foto: Matthias Rotter

Das erwartet Sie auf der Fahrrad-Tour

Die gesamte Achterrunde ist 166 Kilometer lang. Wenngleich die Bahntrassen kaum Gefälle und Steigungsprozente aufweisen, kommen doch rund 900 Höhenmeter zusammen. Das liegt hauptsächlich an den Transfers zwischen den Trassen, wo man die extrem hügelige Topografie des Bergischen Landes zu spüren bekommt. Bestes Beispiel ist das fast 200 Meter tiefe Tal der Wupper, das es südlich von Solingen zu durchqueren gilt. Ein Großteil der Wege ist asphaltiert, bis auf einen kurzen Abschnitt mit Naturbelag zwischen Hattingen und Wuppertal (Etappe 2).

Die Route verläuft ab Wermelskirchen chronologisch auf folgenden Radwegen: Balkantrasse // Nordbahntrasse Wuppertal // Niederbergbahn // Ruhrtal Radweg // Glückauf-Trasse // Nordbahntrasse Wuppertal // Korkenziehertrasse

Wir haben die Tour mit E-Trekkingbikes in drei Etappen absolviert.

Der städtische Großraum bietet zahlreiche Unterkünfte entlang der Strecken. Spezielle Informationen zu allen Bett + Bike Betrieben unter www.bettundbike.de

GPS-Daten der Rad-Bahntrassen-Tour im Bergischen Land

Sie können den GPX-Track zu der Radreise im Bergischen Land hier kostenlos herunterladen oder finden sie in der MYBIKE Collection “Bahn frei im Bergischen Land” auf komoot.

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