Mit dem Rad über die Schwäbische AlbFoto: Martin Kirchner

DeutschlandMit dem Rad über die Schwäbische Alb

Patrick Kunkel

 12/5/2021, Lesezeit: 3 Minuten

Die schönste Art, die Schwäbische Alb zu durchqueren? Klare Sache: per Rad auf dem 190 Kilometer langen Albtäler-Radweg durch das südwestdeutsche Mittelgebirge.

Der Moment ist perfekt: freie Schusslinie. Pssst, leise jetzt! Das Viech bewegt sich keinen Millimeter. Steht bloß da, ganz still, rührt sich nicht. Anlauf nehmen, abstoppen. Und zack! Alle Kraft in den rechten Arm! Mein Speer schleudert seinem arglosen Ziel entgegen. Prallt gegen den mächtigen Leib. Scheppert zu Boden. Das wuchtige Wollnashorn bleibt ungerührt. Kein Wunder. Ist ja aus Blech. Genau wie die ganze Herde direkt vor uns.

Ingeborg Schestag grinst: „Nicht schlecht für den, äh, war es dein vierter Versuch?“ Steinzeitliche Jagd will halt gelernt sein. Genau das machen wir gerade: Am eigenen Leib nachspüren, wie sich das Leben in der Steinzeit wohl angefühlt haben mag. Archäologie zum Anfassen. Darum geht es im Archäopark Vogelherd, gelegen in einem idyllischen Flusstal in der Schwäbischen Alb. Speerwurf kann man hier lernen oder Feuer anmachen. Mit Reibehölzern. Eben genau so wie einst die alten Steinzeitschwaben. Die Fahrradklamotten tausche ich gegen archäologisch korrekte Kluft: Kittel und Mütze aus müffelndem, aber warmem Rentierfell. Spannend, aber für mehr als eine kurze Runde zu Fuß keine gute Idee: Das Zeug kratzt auf der Haut. Und atmungsaktiv sind, wenn überhaupt, die aus getrocknetem Darm grob vernähten Nähte.

Praktischerweise ist der Themenpark direkt an der Radroute gelegen, der wir seit zwei Tagen durch die Schwäbische Alb folgen: Der Albtäler-Radweg führt in vier Tagesetappen über 190 Kilometer einmal in einem großen Rund durch Deutschlands größtes Karstgebirge im Südwesten. Ein Besuch der Unesco-Weltkulturerbestätte „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ gehört natürlich ebenso zum Pflichtprogramm wie Spätzle mit Linsen und kräftigem Bier. Unbedingt sogar. ...

Die komplette Reisereportage Schwäbische Alb mit allen Infos finden Sie in MYBIKE 1/2022 oder als PDF-Download unter dem Artikel.

Die schönsten Bilder vom Albtäler-Radweg

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Tourencharakter Albtäler-Radweg

Albtäler-Radweg – klingt schön flach! Aber weit gefehlt: Die offiziell etwa 190 Kilometer lange Radrunde führt durch acht Täler der Schwäbischen Alb. Und wo Täler sind, gibt’s logischerweise auch Berge dazwischen, die überquert werden wollen. Auf insgesamt knapp 2.000 Höhenmeter summieren sich die Anstiege, dafür erschließt man sich auf dem vom ADFC mit vier Sternen zertifizierten Weg aber auch die abwechslungsreiche Topografie von Deutschlands größtem Karstgebirge: die von unzähligen Flüssen und Bächen geformten bizarren Felslandschaften, geheimnisvolle Höhlen, weite Hochflächen, Flussniederungen und ein versteinertes Urmeer-Kliff.

„Auf der Alb muss man höllisch aufpassen – dass man nicht viel zu viele Leckereien schlemmt. Zum Glück ist der Albtäler-Radweg nicht allzu schwer.“ Patrick Kunkel, MYBIKE-Reiseautor

Die Strecke führt durch Naturschutzgebiete, idyllische Wacholder­heiden oder mitten durch Streuobstwiesen. In urigen Dörfern und Städten warten gemütliche Einkehrmöglichkeiten und viele Sehenswürdigkeiten: etwa die bekannten Höhlen der Eiszeitkunst im urgeschichtlichen Lonetal, ausgezeichnet als Unesco-Welterbe.

Der komplett ausgeschilderte Rundkurs startet in Amstetten. Man kann die Tour bequem in vier Etappen fahren, aber sowohl gemütlichere als auch sportlichere Aufteilungen wählen – dank der vielen Unterkünfte entlang der Strecke kein Problem. Die Wege sind meist asphaltiert, einige besonders lauschige Abschnitte wie etwa im Lonetal führen über gut befahr­baren Naturbelag. Für Rennradler gibt es eine Variante ohne Schotter.

GPX-Daten

Sie können den GPX-Track zur Radreise über die Schwäbische Alb hier kostenlos herunterladen:

oder finden ihn in der MYBIKE Collection auf komoot

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