Radtouren zwischen München und Alpenrand

Armin Herb

 · 20.04.2022

Radtouren zwischen München und AlpenrandFoto: Daniel Simon

Das Angebot an Radtouren im Süden Münchens ist riesig. Wir verraten die Lieblingstouren der MYBIKE-Redaktion:

1. Radrunde um den Starnberger See

Wer den Starnberger See, der bis 1962 noch Würmsee hieß, vor der Haustüre hat, darf als Radler durchaus von einem Standortvorteil reden. Das Schöne daran: Die Rundtour wird auch nach dem x-ten Male nicht langweilig. Nur am Wochenende neigt die Strecke um den „Fürstensee“ dazu, etwas rummelig zu werden. Wo wir aufs Rad steigen, ist bei der Runde egal. Wer anreist, wählt am besten einen S-Bahnhof, z. B. ab Starnberg, und startet gegen den Uhrzeigersinn. An den Gestaden, wo die spätere Kaiserin Sisi aufgewachsen ist, rollen wir nach Süden, vorbei an Parks, alten Villen, Schloss Possenhofen und Schloss Garatshausen.

  Auf Sisis Spuren vorbei am Schloss Possenhofen am Starnberger SeeFoto: Daniel Simon
Auf Sisis Spuren vorbei am Schloss Possenhofen am Starnberger See

2. Die große Kunstschleife - Mehrtagestour für Feingeister und Naturliebhaber

Große Kunst und schönstes Oberbayern prägen diese weite Runde zwischen München, Landsberg am Lech, Tegernsee und Garmisch-Partenkirchen. Wir starten direkt in München. Die Galerien und Pinakotheken heben wir uns für die Rückkehr auf. Zunächst rollen wir durch die Isarauen, danach entlang der Mangfall Richtung Tegernsee und weiter nach Bad Tölz und Lenggries. Auf der nächsten Etappe durch die Jachenau steigt der Weg an zum Walchensee, wegen seines türkisblauen Wassers auch die „bayerische Karibik“ genannt. Nach dem Hochgebirgsabschnitt folgen wir ab Garmisch-Partenkirchen der Loisach und queren das Murnauer Moos.

  Bayerische Karibik: der Walchensee zu Füßen des HerzogstandsFoto: Adobe Stock
Bayerische Karibik: der Walchensee zu Füßen des Herzogstands

3. Auf den Spuren der Kunst im Pfaffenwinkel

Bei so viel attraktiver Natur im Alpenvorland dürfen auch die schönen Künste nicht zu kurz kommen. Warum haben sich denn wohl so viele berühmte Maler mit dieser Landschaft befasst? Am Beginn der Runde in Penzberg lockt die Sammlung Campendonk. Etwas südlich davon, in Sindelsdorf, lebte vor mehr als hundert Jahren der Maler Heinrich Campendonk, Mitglied der expressionistischen Künstlergruppe „Blauer Reiter“. Am Wendepunkt der Tour in Bernried am Starnberger See wartet das Buchheim-Museum mit seiner umfangreichen Sammlung der ebenfalls expressionistischen Malervereinigung „Die Brücke“. Wahre Kunstfans sollten sich für diese Museumstour eher zwei Tage Zeit nehmen.

  Kunst-Hotspot am Starnberger See: Buchheim-Museum in BernriedFoto: Daniel Simon
Kunst-Hotspot am Starnberger See: Buchheim-Museum in Bernried

4. Vom Wendelstein in die Landeshauptstadt

Solche Touren radeln die meisten Ausflügler von der Stadt hinaus in die Berge und zurück mit der Bahn. Wir machen es umgekehrt. Aufs Rad geht’s also am Bahnhof Bayrischzell, schon mitten in den Alpen. Wer früh genug dran ist, kann noch einen aussichtsreichen Ausflug per Seilbahn zum Wendelstein einlegen. Die Radstrecke windet sich malerisch zwischen hohen Bergen vorbei an Geitau und Fischbachau zum Schliersee. Kenner machen hier erst mal einen Kaffeestopp im kuscheligen Ambiente des La Stazione am Bahnhof Neuhaus. Im Sommer bietet sich ein Badestopp am See an.

  Radeln in den Alpen – zwischen Wendelstein und SchlierseeFoto: Armin Herb
Radeln in den Alpen – zwischen Wendelstein und Schliersee

5. Gipfelgenuss zwischen Ammersee und Hohenpeißenberg

Diese Tagestour in den „Pfaffenwinkel“ reiht mit dem Kloster Andechs und der Gipfelkirche des Hohenpeißenbergs gleich zwei prominente Zwiebeltürme hintereinander. Dabei will der knapp 1.000 Meter hohe Hohenpeißenberg mit Muskel- oder Motorkraft erobert sein: Zwischen dem Talort Peißenberg und dem Gipfel liegen gut 300 Höhenmeter am Stück. Doch der Kampf auf dem schmalen Teersträßchen lohnt sich. Wegen seiner großartigen Aussicht wird der Hohenpeißenberg in Anlehnung an den Schweizer Panoramaberg auch „Bayerischer Rigi“ genannt. Abgesehen von diesem Gipfel- und Wendepunkt glänzt die Strecke mit Verkehrsarmut und Natur-Reichtum. Um die eher lärmige Ufergegend des Ammersees zu vermeiden, kraxelt die Route durch alten Wald. Nach der Ammerquerung bei Pähl wäre das Naturschutzgebiet inklusive „Vogel-Freistätte“ am Ammersee-Südufer zu erwähnen, im weiteren Verlauf die topfebene Landschaft des weitgehend trockengelegten Moorgebiets westlich von Weilheim.

  Pilgerstätte mit süffigem Bier: Kloster Andechs auf dem "heiligen Berg" am AmmerseeFoto: Adobe Stock
Pilgerstätte mit süffigem Bier: Kloster Andechs auf dem "heiligen Berg" am Ammersee

6. Isartal und Karwendelmassive: Mit dem Gravelbike entlang der jungen Isar

Die Kulisse bestimmen die mächtigen Karwendelfelsen, und zu ihren Füßen plätschert die junge Isar, hier noch als wilder Gebirgsfluss. Wir befinden uns im Grenzland von Bayern und Tirol, gut erreichbar mit der Bahn von München via Garmisch-Partenkirchen. Wer direkt in die Berge möchte, startet die Graveltour in Scharnitz bereits auf österreichischer Seite. Wer sich gerne noch etwas warmfährt, beginnt im bayrischen Mittenwald und radelt das schöne Flachstück durch den Riedboden. Auch in Scharnitz folgen wir der Isar. Gleich hinter den letzten Häusern wechselt die Fahrbahn wieder von Asphalt auf Schotter. Beim Abzweig ins Gleirschtal können wir uns überlegen, ob wir einen Abstecher zur Isarquelle anhängen – zehn schöne, relativ flache Kilometer.

  Kurz nach ihrem Ursprung ist die Isar ein wildromantsicher Gebirgsfluss.Foto: Armin Herb
Kurz nach ihrem Ursprung ist die Isar ein wildromantsicher Gebirgsfluss.

7. Im Westen des Bayrischen Meeres - Von Prien zur Eggstätt-Hemhofer Seenplatte

Los geht’s am Bahnhof im beliebten, belebten Prien am Chiemsee Richtung Norden. Zuerst radeln wir etwas über die Dörfer und erreichen nördlich von Westernach das Chiemseeufer. Auf dem Radweg geht es dann meist direkt am See weiter. Wer im Sommer radelt, sollte die Badesachen nicht vergessen. Strandbäder gibt’s quasi im Überfluss. In Hochstätt ist das Cafe Toni ein Pflichtstopp: der schönste Blick über den See und auf das Alpenpanorama. Und der Tipp für die Brotzeit: in Gollenshausen der Biergarten Seehäusl direkt am See. In Seebruck biegen wir weg vom Chiemsee, kurz der Alz entlang nach Seeon. Das dortige, ehemalige Benediktiner-Kloster mit kleinem See lohnt einen Besuch.

  Das Bayerische Meer: Chiemsee mit der FraueninselFoto: Adobe Stock
Das Bayerische Meer: Chiemsee mit der Fraueninsel

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