Carbonpflege für Liebhaber

Angelika Urbach

 · 23.06.2015

Carbonpflege für LiebhaberFoto: Daniel Simon
Carbonpflege für Liebhaber

Schicke Carbonteile erkennt man auf den ersten Blick. Nicht nur ihr Aussehen ist besonders, auch ihre Pflege erfordert spezielle Maßnahmen. Die wichtigsten Regeln lauten:

Das sollten Sie bei der Carbonpflege beachten:


Carbonpaste: Montieren Sie Carbonteile mit einer speziellen Carbonpaste. Sie vergrößert die Reibung zwischen verschiedenen Bauteilen, um Materialschäden zu vermeiden. Herkömmliche Fette und Montagepasten verringern die Reibung zwischen verschiedenen Bauteilen.

Kontaktstellen: Schützen Sie Stellen, an denen Schalt- oder Bremszüge nah am Carbonrahmen verlaufen, mit durchsichtiger Klebefolie vor Schrammen, damit er auch nach längerer Nutzung seine unverwechselbare Optik beibehält.

Carbon-Alu: Wenn der Carbonrahmen mit Aluteilen verbaut ist, kann an den Kontaktstellen Korrosion entstehen. Wird z.B. eine Alu-Sattelstütze im Carbonrahmen oder eine Carbonstütze im Alurahmen lange nicht bewegt, kann sie "festbacken". Tipp: Einmal im Jahr die Sattelstütze herausnehmen und reinigen.

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Montagepaste für Carbonteile erhöht die Reibung.Foto: Daniel Simon
Montagepaste für Carbonteile erhöht die Reibung.

Spezielle Montagepasten für Carbon vermeiden Materialschäden, indem sie die Reibung zwischen den Bauteilen vergrößern.

Das sollten Sie bei der Carbonpflege NIE machen:


Carbon im Montageständer: Die Klauen eines Montageständers üben Druck auf den Carbonrohre aus und können sie beschädigen. Befestigen Sie deshalb Ihr Carbon-Bike nie an Rahmen oder Carbon-Sattelstütze. Eine gute Alternative ist eine passgenaue Montage-Sattelstütze aus Alu. An einem solchen Platzhalter aus Alu können die Klauen des Montageständers bedenkenlos befestigt werden.

Obacht: Carbon-Sattelstützen können schnell Schaden nehmen durch lateralen Druck.Foto: Daniel Simon
Obacht: Carbon-Sattelstützen können schnell Schaden nehmen durch lateralen Druck.

Falsches Drehmoment: Zu festes Anschrauben von Anbauteilen kann das Carbon beschädigen. Arbeiten Sie nie ohne Drehmomentschlüssel an Carbonteilen! Achten Sie strikt auf die aufgedruckten oder in der Anleitung vorgeschriebenen Drehmomente.

Unsichtbare Schäden: Carbon ist nicht so empfindlich, wie viele meinen. Der Unterschied zu anderen Materialien ist, dass Carbon auch nach starker Krafteinwirkung, z. B. durch einen Unfall, vollkommen unbeschädigt aussehen kann – und dennoch im Inneren Faserschäden aufweist. Lassen Sie in diesem Fall ihr Fahrrad von einem Experten untersuchen, um einem unerwarteten Bruch vorzubeugen. Anschließend können Sie unbeschwert weitere Ausfahrten auf Ihrem Carbonrad genießen.