Kettenpflege - die perfekte Ölung

Jochen Donner

 · 21.05.2021

Kettenpflege - die perfekte ÖlungFoto: Daniel Simon

Eine Fahrradkette braucht regelmäßig Öl, keine Frage. Doch damit die Schmierung optimal wirken kann, ist einiges zu beachten.

Eine Fahrradkette arbeitet schwer und unter echt miesen Bedingungen: Schmutz, Nässe und mechanische Last setzen jedem Einzelnen der über hundert beweglichen Glieder zu. Ideal wäre, sie liefe in einem geschlossenen Ölbad. Doch am Fahrrad lässt sich das nicht sinnvoll umsetzen. Deshalb ist regelmäßige Schmierung das einzig sinnvolle Mittel, um eine tadellose Funktion aufrecht- zu erhalten, die Lebensdauer des Antriebs zu verlängern und eine nervige Geräuschkulisse zu vermeiden. Verschleiß entsteht hauptsächlich durch die Zuglast des Kurbelantriebs auf die Rolle im Kettenglied, die sich auf dem Nietbolzen dreht. Wenn sie ins Zahnrad eingreift, übersetzt das die Kraft der Tretkurbel von horizontal auf vertikal. Dabei schmirgelt Metall an Metall, der Materialabrieb führt dazu, dass sich die Kettenglieder unvermeidlich minimal längen. Zu lang gewordene Kettenglieder passen schließlich nicht mehr exakt zwischen die einzelnen Ritzel-Zähne, tragen auch hier Material ab und zerstören so auch Ritzel und Kettenblätter. Verhindern lässt sich das nicht.

Doch gute Schmierung kann den Verschleiß in Zaum halten – solange in jeder Belastungssituation genügend Schmiermittel zwischen die Metallkomponenten gelangt, um die Reibung dauerhaft zu minimieren. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich vorhandene Schmutzpartikel mit dem Öl nicht zu einer Schmirgel-paste verbinden. Da Öl gute Kriecheigenschaften hat, zieht es damit auch Schmutzpartikel zwischen die Bauteile der Kette. So steigert Öl auf einer schmutzigen Kette den Verschleiß, anstatt ihn zu verringern.

  Zwischen Rollen, Bolzen und Lagerkragen entsteht die intensivste Reibung. Das trägt Material ab, die Kette längt sich. Dagegen hilft nur regelmäßige Schmierung.
Zwischen Rollen, Bolzen und Lagerkragen entsteht die intensivste Reibung. Das trägt Material ab, die Kette längt sich. Dagegen hilft nur regelmäßige Schmierung.

Deshalb ist es so wichtig, die Kette und die Teile des Antriebs, die sie durchläuft, vor dem Schmieren gründlich zu reinigen. Auch Naben- oder Getriebeschaltun- gen mit Kettenantrieb brauchen regelmäßig Schmierung. Doch bei der Kettenschaltung liegt der Verschleiß durch den Kettenschräglauf beim Schalten über Ritzelkassette und verschiedene Kettenblätter deutlich höher. Kräftige Mittelmotoren steigern den Kettenverschleiß am E-Bike noch einmal extrastark.