FahrradpflegeVerschleiß vermeiden am Ketten-Karussell

Jochen Donner

 · 11.11.2013

Verschleiß vermeiden am Ketten-KarussellFoto: Daniel Simon

Die Fahrradkette ist das am stärksten beanspruchte Teil des gesamten Bikes. Zyklische, aber unregelmäßige Belastung pro Umdrehung auf Zug, direkter Beschuss mit Dreck und Nässe, bei Kettenschaltung permanenter Schräglauf, dazu meist viel zu wenig Pflege und Schmierung. Doch ihr Verschleiß lässt sich aufhalten.

Kein Wunder, wenn der Ketten-Exitus oft schon nach wenigen tausend Kilometern eintritt. Unter guten Bedingungen kann eine Kette jedoch auch leicht die vielfache Lebensdauer entwickeln. Wichtig ist, den Verschleiß im Auge zu behalten und rechtzeitig zu wechseln. Denn eine verschlissene, gelängte Kette zerstört früher oder später auch Ritzel und Kettenblatt. Optimale Wartung ist also gefragt.

So lebt Ihre Fahrradkette länger:

Längung messen

Materialabtrag an den Reibungs­punkten längt die Kette. Dies misst der Rohloff Caliber: Fällt der Mess­zapfen A bei 0,075 mm durch, muss die Kette runter. Fällt der Zapfen S der anderen Seite bei 0,1 mm durch, sind auch Ritzel und Blätter fällig.

Foto: Daniel Simon

Besonders widerstandsfähig bei Kettenschaltung

KMCs X10 EL ist Titan-Nitrit-Gold-beschichtet und besonders leicht. Wippermanns Black Edi 10 sB hat gehärtete Bolzen und rostfrei beschichtete Laschen für längere Lebensdauer. Beide sind in 9- oder 10-fach erhältlich.
www.connexchain.com

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Besonders schmutzresistent für Nabenschaltungen

Glatte Oberflächen halten weniger Schmutz. Deshalb leben solche Ketten länger. Die schmale X1 besteht aus Edelstahl, hat speziell geformte Laschen für sicheren Lauf und soll bis zu 30% höheren Zugkräften widerstehen.
www.kmcchain.com

Foto: Daniel Simon

Kette mit Schloss statt Niet

Wiederverschließbare (Connex, KMC) und Einweg-Schlösser (Sram) erlauben das Verschließen sämtlicher 9- oder 10-fach Ketten auf einfache, zuverlässige Art – auch unterwegs!

Foto: Daniel Simon

Zusammenfügen
Es müssen sich jeweils Innen­laschen an beiden Kettenenden befinden. Stecken Sie je eine Hälfte des Schlosses, dünn gefettet, in jedes Ende.

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Schloss verriegeln
Setzen Sie den jeweiligen Niet in die weite Stanzöffnung der gegen­überliegenden Schlosslasche, schließen Sie die Kette. Drehen Sie diese Stelle dann ins obere Kettentrum und treten Sie bei gezogener Bremse kräftig ins Pedal. Dadurch verriegelt der Verschluss endgültig. Prüfen Sie das Kettenschloss vor dem Losfahren noch einmal auf korrekten Sitz und Beweglichkeit.

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Das sollten Sie bei Ihrer Kette vermeiden:

Es gibt viele Möglichkeiten, etwas falsch zu machen: hier die häufigsten Irrtümer, die bei der Kettenpflege auftreten.

Neue Kette auf abgenudelten Ritzeln
Sind die Zahnzwischenräume der Ritzel von verschlissenen Ketten ausgerieben, arbeitet auch eine neue Kette nicht richtig und springt.

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Kettenwaschanlage
Entfetter spülen Schmierstoff aus dem Inneren der Kettenglieder, den Sie durch Ölen nie wieder ersetzen können: Laschen und Rollen laufen trocken, die Kette ist hin.

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Ölnebel
Gut gemeinter Sprüh-Ölnebel setzt sich in feinen Tröpfchen auf die Disc und gelangt an die Bremsbeläge: Die saugen Öl sofort in sich auf und sind damit irreversibel unbrauchbar.

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