Test: Akkulichter

Akkulichter fürs Fahrrad

  • Matthias Borchers

Ein neues Gesetz erlaubt den Betrieb von zugelassenen Akkuleuchten ab sofort auch am normalen Rad. Grund für TREKKINGBIKE, das aktuelle Angebot an Akkulichtern zu checken.

Jeder, der Stadt- oder sportliches Crossrad mit einem Akkuscheinwerfer bestückte, machte bislang um eine Polizeikontrolle lieber einen weiten Bogen. Akkulichter waren nur an Rennrädern bis elf Kilo erlaubt. Ein neues Gesetz stellt alle Fahrräder jedoch gleich. Wer nur sporadisch im Dunkeln fährt, oder auch bei schlechtem Licht und in der Dämmerung sicher unterwegs sein will, für den bietet sich die flexible Lösung in Form eines Akkuscheinwerfers an. Dieser kann je nach Bedarf per Klick-Halter an den Lenker montiert werden und darf dank neuer Gesetzesregelung nun an jedem Fahrrad seinen Dienst verrichten.

Das freut besonders all jene, die mehrere Fahrräder im Einsatz haben und ab sofort eine Akkuleuchte für den gesamten Fuhrpark verwenden können – seit dem 1. August sind fest montierte, dynamobetriebene Lichtanlagen im Straßenverkehr nicht mehr vorgeschrieben. Natürlich muss das Akkulicht StVZO-konform sein: Es benötigt ein aufgedrucktes Prüfzeichen mit einer Welle, dem Buchstaben „K“ und einer Nummer. Flutlichter, wie sie Mountainbiker bei ihren nächtlichen Ausflügen durch Flur und Forst einsetzen, sind tabu, sie dürfen als Fahrradlichter eigentlich nicht mal im Handel angeboten werden. Grund sei vor allem die Blendgefahr für den Gegenverkehr.
Zum Test eingeladen haben wir sechs Hersteller; unter den eingesandten Modellen zu Preisen zwischen 60 und 200 Euro befinden sich alte (und bewährte) Bekannte als Referenz, wie die SafeRide LED von Philips oder die überarbeitete Airstream II von Supernova, sowie vier Newcomer von Busch & Müller, Cateye, Sigma und Trelock.
Gemeinsam ist allen sechs Kandidaten die LED-Technik als Lichtquelle und der integrierte Akku. Neben klassischen Ladegeräten für die Steckdose (Cateye, Supernova), bieten die anderen Hersteller die Möglichkeit, die Akkus per USB-Kabel entweder am Rechner oder am Ladegerät zu laden. Nur bei Trelock kostet das Ladegerät als Zubehör Aufpreis.
Alle mitgelieferten Halter passen auf Lenker mit 1 oder 1 1/8 Zoll Durchmesser, wobei man beim Halter von Philips ein wenig tricksen und eine Gummilage entfernen muss, damit er sich auch um dicke Lenker schmiegt. Alle Scheinwerfer verfügen über eine zuverlässige Statusanzeige für die verbleibende Akkuleis­tung; die Trelock-Anzeige informiert sogar auf die Minute genau, wie viel Saft noch im Tank ist und lässt einen so nie unvermittelt im Dunkeln stehen.

Getestet haben wir die Scheinwerfer auf ihre Lichtleistung, auf Leuchtdauer, Wasserdichtigkeit, Bedienung und die Halterung. Entscheidend für die Lichtleis­tung ist jedoch nicht allein die Helligkeit, sondern auch ein möglichst homogenes Lichtprofil: Es soll den Bereich vom Vorderrad bis zur maximalen Leuchtweite so ausleuchten, dass man Hindernisse auch am Fahrbahnrand möglichst früh erkennen kann. Die Besten in dieser Kategorie sind Philips und Supernova, ihre hohe Lichtleistung bezahlen beide Geräte jedoch mit verminderter Standzeit. Nach 1:40 Stunden (Philips) beziehungsweise 2:30 Stunden (Supernova) regeln die Lampen auf die niedrigere Leuchtstufe runter, bevor es dann bald zappenduster wird. Alle anderen Leuchten bieten eine geringere Lichtleistung, halten aber länger durch, mit Ausnahme der Sigma-Leuchte, die nach 2:30 Stunden auch in die Knie geht.
Den Wasserdichtigkeits-Test in unserem Labor-Aquarium überstehen alle Kandidaten, nach der Beregnung zeigten sich keinerlei Ausfälle.
Die robustesten Halter haben die Modelle von Busch & Müller und Supernova. Das gummierte, kreisbogenförmige Blech mit Gummizug funktioniert flexibel an jedem Lenker. Auch Sigmas Ratschen-Halter ist vorbildlich, lässt sich schnell montieren und demontieren. Ein Vorteil, wenn man denselben Scheinwerfer an verschiedenen Rädern fahren möchte. Und das ist ja dank neuer Gesetzgebung endlich offiziell erlaubt.

Zugelassene Akkulichter und Rücklichter

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