Test Standpumpen

Die neue Generation

  • Stefan Frey

Mit riesigen Displays, großem Pumpvolumen und cleveren Smart-Ventilköpfen will die neueste Generation an Standpumpen punkten. Im Test mussten 16 Probanden ihre Leistungsfähigkeit beweisen.

Was haben Tornados und Standpumpen gemeinsam? Beide machen ordentlich Wind. Doch während ein Wirbelsturm oft eine Schneise der Verwüstung schlägt, bringt die Standpumpe die Dinge wieder ins Rollen. Ein platter Reifen ist damit in Windeseile wieder mit Luft befüllt. Der Handkompressor gehört quasi zur Basisausstattung jedes Radfahrers. 16 Hersteller haben Windmaschinen für knapp 30 bis 100 Euro zum Test eingesandt. Wir wollten wissen, wie schnell und effektiv die Modelle pumpen und vor allem, ob sich die Investition für eine teure Pumpe wirklich lohnt.
Dabei stellt sich zunächst die Frage:


Welche Pumpe soll es denn eigentlich sein? 
Sechs Modelle im Test sind mit ihren großvolumigen Zylindern speziell auf dicke MTB- oder Ballonreifen-Reifen ausgelegt. Sie drücken pro Hub teilweise doppelt so viel Luft in den Reifen wie eine Standardpumpe. Allerdings steigt mit der Größe des Zylinders auch die aufzubringende Kraft.
Wer auch einen schmalspurigen Cityflitzer oder das Rennrad mit Luft versorgen möchte, sollte besser zum Allrounder greifen. Mehr als sechs bar Druck schafft nämlich keine der dicken Spezial-Pumpen. Wie viele Hübe die Testmodelle tatsächlich benötigen, um einen 2,3 Zoll breiten 29-Zoll-Reifen von 0,5 auf 2,5 bar aufzupumpen, haben wir an einer speziell präparierten Felge geprüft. Die verfügt über zwei Ventile. An einem wird der Pumpenkopf angeschlossen. An dem anderen Ventil zeigt ein Präzisionsmanometer den korrekten Druck. Lediglich 16 mal muss man den Kolben der Topeak JoeBlow Mountain durch den Zylinder pressen, schon ist der Reifen voll. Beim letzten Pumpstoß muss man dafür allerdings satte 350 Newton auf den Griff stemmen. Das andere Extrem stellt Pedro’s Super Prestige dar. 38 Hübe bei maximal 160 Newton benötigt man, um mit der knallgelben Pumpe den Reifen zu füllen. Im Großen und Ganzen gilt: je weniger Hübe, desto größer ist die aufzubringende Kraft und umgekehrt. Steht die Pumpe stabil, pumpt man auch bei hohem Krafteinsatz noch sicher. Lezyne, Rose und Specialized stehen auf besonders sicheren Füßen. Doch auch Airace, BBB, Pedro’s und Pro bringt man nur schwer ins Wanken. Die PFP-7 von Park Tool kippelt etwas auf ihren klappbaren Füßen, auch wenn man mit beiden Füßen auf der Pumpe steht. Die flexible Kunststoffplatte der SKS kann den großen Zylinder ebenfalls nur mäßig stabilisieren.

Die Standpumpen im Test

16 Bilder


Bei der Art des Ventilkopfs fällt die zweite wichtige Entscheidung: Will man klemmen oder schrauben? Zehn Modelle verfügen über einen klassischen Klemmkopf, der einfach und schnell über einen Hebel am Ventil fixiert wird. Ein oder zwei Öffnungen versorgen die unterschiedlichen Ventilarten dann mit Luft. Bei Rose und Zéfal muss der Ventilkopf beim Wechsel von Sclaverand- auf Autoventile umgeschraubt werden. Das geht im Fall von Rose schnell und leicht, bei Zéfal eher umständlich.
Das Anbringen am Ventil dauert zwar damit einen Moment länger, dafür sitzen die Schraubköpfe extrem sicher und dicht auf dem Ventil. Eine äußerst praktische Zwischenlösung hat sich Birzman einfallen lassen. Der Pumpenkopf der Zacoo verfügt über einen Schnappverschluss, der einfach auf das Ventil geklipst wird. Die besten Klemmköpfe im Test bieten Pedro’s und Specialized. Bei beiden kann über ein Ablassventil der Druck im Reifen zudem penibel reduziert werden. Wichtigste Voraussetzung für exakt eingestellten Reifendruck ist jedoch ein akkurates Manometer. Schon 0,2 bar weniger oder mehr Druck im Reifen können einen großen Unterschied machen. Dabei kommt es wie so oft nicht nur auf die Größe an. Bestes Beispiel: Das Manometer der Zéfal ist zwar riesig, aber nur unzureichend skaliert. So lassen sich Werte hinter dem Komma nur abschätzen. An BBB, Lezyne, Rose und Specialized lassen sich Drücke sehr präzise ablesen. Pedro’s platziert sein Manometer geschickt am oberen Ende der Pumpe. Airace geht auf Nummer sicher und verbaut gleich eine digitale Variante. Ungenauigkeiten halten sich übrigens größtenteils im Rahmen. Nur Birzman und Lezyne zeigen den Druck aufs Komma genau. Mehr als zehn Prozent Abweichung konnten wir allerdings auch nur bei Blackburn, Procraft und SKS feststellen.

Schlagwörter: Standpumpen Test

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