Test: Windwesten

Hundert Gramm Wetterschutz

  • Stefan Frey

Ganz gleich ob für die Feierabendrunde oder für die große Tour. Eine praktische Windweste darf bei keiner Radlerausfahrt fehlen. Wir haben 20 Modelle auf ihre Stärken und Schwächen getestet.

Bei der Auswahl unserer eher sportlichen Testwesten standen zwei Kriterien besonders im Fokus: Die Weste sollte leicht und klein verstaubar sein. Zwölf der 20 Testmodelle wiegen weniger als 100 Gramm und lassen sich dabei etwa tennisballgroß zusammenknüllen. Fünf weitere Westen liegen nur knapp über der 100-Gramm-Grenze.
Das schafft ein Müllsack mit drei Löchern für Kopf und Arme doch genauso, wird sich jetzt mancher denken. Weit gefehlt: Während die Mülltüte am Körper flattert wie eine tibetanische Gebetsfahne vor der Klostermauer, sitzt eine gute Weste eng am Körper und passt sich perfekt der Haltung auf dem Fahrrad an. Hoch geschnittene und leicht gefütterte Krägen schließen sauber ab, sodass der Wind nicht über den nassgeschwitzten Rücken pfeifen kann wie Sturmböen übers friesische Wattenmeer.
Wer es ganz leicht und luftig möchte, greift zu einem Modell mit Mesh-Einsatz am Rücken. Je großflächiger, desto besser können die angestauten Körpersäfte entweichen. Dann wird auch der kurze Sprint auf dem Gegenhang nicht zum Saunagang, und man muss die Weste nicht ständig an- und ausziehen. Mehr Schutz bieten dagegen geschlossene Modelle. Bontrager, Endura und Gore sind an der Rückseite komplett dicht und halten den Rücken auch dann noch angenehm trocken, wenn der Hinterreifen auf nassen Wegen rollt. Gore und Mavic gehen bei ihren Herren-Westen generell einen etwas anderen Weg. Die beiden recht schweren Modelle sind nicht als leichte Überzieher für windige Abfahrten konzipiert. Sie eignen sich eher für die ausgedehnte Tour. Kombiniert mit Armlingen oder einem Langarm-Shirt komplettieren sie das Outfit sogar an kühleren Tagen. Mindestens 50, maximal 150 Euro werden für eine der Westen aus dem Test fällig. Dabei zeigt sich wie so oft: Günstig muss nicht gleich schlecht sein. Sehr gute Modelle bekommen Sie durchaus bereits zum Einstiegspreis.

Die besten Details im Überblick

Klein, leicht, funktionell und obendrein noch wetterfest – eine Weste sollte mehr sein als ein Stück Stoff ohne Ärmel. Wir zeigen, wo die Stärken der Testmodelle liegen.

Die Bequemste
Viele Westen, wie etwa die Pearl Izumi hier im Bild, schmeicheln dem Hals mit gefütterten Krägen. Assos, POC und Protective knausern mit dem Weichmacher.

Die Schützendste
Die günstige Endura-Weste blockt Wind, Schmutz und Niesel zuverlässig ab. Mit ihrem geschlossenen Rücken ist sie aber auch schwitziger als andere Modelle.

Die Leichteste
Gerade mal 72 Gramm bringt die Protective in Größe M auf die Waage. Damit ist sie etwa genauso leicht wie ein Riegel und mindestens ebenso nützlich auf jeder Tour.

Die Cleversten
Bei Adidas und Scott greift man über Öffnungen im Rücken direkt in die Trikottasche. Lästiges Umschichten von Riegel oder Ersatzschlauch entfällt für Sportler beim Kleiderwechsel.

Die Passendste
Vorne kurz, hinten lang – sieht zwar im Stehen echt blöd aus, zeigt aber deutlich, wofür die Bontrager-Weste gemacht ist: zum Radfahren. So sollte eine sportliche Weste geschnitten sein.

Die Kleinste
Die Vaude Air Vest verpackt sich in ihrer eigenen Rücken­tasche und ist anschließend nicht einmal mehr faustgroß. Mit 85 Gramm ist sie zudem sehr leicht.

Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 4/2015. Sie können das gesamte Heft in der Trekkingbike-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop bestellen.

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Themen: TestWindwesten

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