Kurze Regenhosen

Praktischer Regenschutz

  • Matthias Borchers

Konzentration aufs Wesentliche: Kurze Regenhosen können nicht das ganze Bein vor Nässe schützen, aber Gesäß und Oberschenkel – so bleiben die Muskeln trocken und leistungsfähig. Wie praktisch die kurzen Hosen sind, zeigt unser Test.

Eine Regenjacke besitzt vermutlich jeder Radfahrer – sie ist unentbehrlich. Beim Schutz für die Beine sieht’s hingegen anders aus. Die meisten Tourenfahrer stecken bisher eine lange Regenhose ins Tourengepäck. Selbst zusammengerollt ist sie schwer und sperrig, das Anziehen der Hose umständlich, der Tragekomfort der wenig dampfdurchlässigen Röhren meist bescheiden. Gerade beim Treten reibt die Hose an den Knien. Erfahrungsgemäß ertragen die meisten Radler lieber die Nässe, kurbeln stoisch in der nassen Hose weiter und hoffen, dass es bald wieder aufhört zu regnen.

In solchen Fällen könnte ein Accessoire hilfreich sein, das sich bei Mountain­bikern etabliert hat, für die Nässe und Matsch zum Rad-Alltag gehören: die kurze bis dreiviertellange Regenhose. Die etwa 150 Gramm leichten Hosen lassen sich bei Bedarf flugs überstreifen und schützen das Gesäß, die wichtigen Muskelpartien der Oberschenkel und – je nach Länge – auch die empfindlichen Knie. Dass die Unterschenkel ungeschützt nass werden können, lässt die meisten Radler erfahrungsgemäß eher kalt. Da man die kurzen Hosen in der Regel schnell über die Schuhe ziehen kann und sie zusammengerollt sogar in einen Tagesrucksack passen, steigt obendrein die Wahrscheinlichkeit, dass man sie auch wirklich mitnimmt und anzieht. Größter Vorteil: man bleibt trocken, schwitzt aber weniger als in der langen Regenhose.

Rascheln und Knistern
Damit die Regenhose möglichst wenig knis­tert, flattert oder raschelt, ist ein Schnitt sinnvoll, der die Haltung der Beine auf dem Rad vorwegnimmt. Das Material sollte gleichzeitig möglichst dicht, aber auch elas­tisch sein.
Eingeladen zum Praxis- und Labortest haben wir vier Hosen von Endura, Gore Bike Wear, Löffler und Vaude. Zwei sind kurz geschnitten, zwei reichen bis übers Knie, wobei Vaude und Endura jeweils beide Versionen im Programm haben. Alle Anbieter verwenden wasserdichte Membranen unterschiedlicher Zulieferer. Die Hosen fühlen sich dennoch unterschiedlich an. Die Vaude-Hose wirkt eher leicht und dünn, das Gore-Exemplar und die Löffler-Hose dagegen etwas dicker und robuster.

Richtig geschnitten
Teils mit großen Unterschieden präsentieren sich die Hosen bei Schnitt und Ausstattung. Alle vier Testhosen haben einen verstärkten Sitzbereich. Ein elastischer Bund mit Kordelzug und eine verstellbare Beinweite machen den Unterschied beim Anziehen und Tragekomfort. Reflexmaterial erhöht die Sicherheit bei Regenwetter. Bei der Men’s Spray II von Vaude verbessert eine elastische (wasserdichte) Bahn, die seitlich von den Knien bis zum rückwärtigen Bund verläuft, die Passform zusätzlich. Den besten Tragekomfort bietet die knielange Helium-Hose von Endura, die sich dank vorgeformtem Schnitt der Tret­bewegung am besten anpasst, nicht rutscht und kaum raschelt. Mit ihr ist man auch für längere Touren im Regen gut gerüstet.

Richtig kombiniert
Tipp für Liebhaber der lässigen Touren­shorts: Shorts ausziehen und die Regenhose direkt über die Innenhose anziehen. Die sitzt dann bequemer und die Tourenhose bleibt sauber und trocken im Gepäck.

Den Artikel aus Ausgabe 4/2014 in voller Länge erhalten Sie als PDF-Download. 

Schlagwörter: kurz Regenhosen Test

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