Kaufberatung: Sättel

Sitzmöbel

Jeder Hintern ist anders – manche Radfahrer reagieren unempfindlich auf verschiedene Sattelkonstruktionen, während andere Höllenqualen durchleiden. Wer ein paar Grundsätze beachtet, gelangt schneller zum Ziel.

Kai Hilbertz am 14.04.2016
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Daniel Simon

Die Vorstellung, dass es klar voneinander getrennte Damen- und Herrensättel geben sollte, wird immer mehr hinterfragt. Es ist zwar absolut richtig, dass Frauen im Allgemeinen ein breiteres Becken haben als Männer, aber es gibt bei beiden Geschlechtern große Schwankungen.  Manche Männer haben ein relativ breites Becken, also einen großen Sitzknochenabstand, und fahren lieber einen breiten Sattel. Dagegen gibt es Frauen, die lieber einen schmalen "Herrensattel" fahren.
Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass Sättel nicht für ein bestimmtes Geschlecht konstruiert werden sollten, sondern für ein bestimmtes Gesäß. Während Traditionshersteller wie Brooks noch alle Sättel in ein bipolares Korsett zwängen, gehen andere Hersteller längst dazu über, ihre Sättel als Unisex-Modelle zu begreifen, die in verschiedenen Breiten angeboten werden. Ergonomie-Spezialist SQlab ist dafür bekannt, und neuerdings nennt z.B. Shimano-Tochter PRO manche ihrer "Lady"-Sättel "Wide". Als Selle Royal, einer der größten Hersteller am Markt, mit viel Aufwand seine neue "Scientia"-Reihe kreierte, schuf die Firma neun (!) Sattelbreiten; bezeichnenderweise sind alle dieser Sättel Unisex-Modelle.

Fotostrecke: Die Sättel im Test


Bei der Auswahl der Sattelbreite spielt die Position des Lenkers eine große Rolle. Bei einem sportlich niedrigen Lenker nehmen die Hände mehr Gewicht auf, das Becken kippt nach vorne – man kann einen schmäleren Sattel fahren. Sitzt man gemäßigt, also Lenkerhöhe ungefähr gleich Sattelhöhe, braucht man einen Sattel, der ca. 15 bis 25 mm breiter ist. Wenn der Lenker wie beim Hollandrad deutlich höher als der Sattel eingestellt ist, sitzt man mit geradem Rücken. Fast das ganze Gewicht wird vom Sattel aufgenommen – man benötigt ein richtig breites Sitzmöbel.
Beachten Sie, dass die Außenbreite des Sattels nur ein allgemeiner Indikator ist. Eine genauere Angabe ist die effektive Sitzbreite. Wenn der hintere Teil des Sattels von vorne gesehen flach ist, erhöht sich seine effektive Breite. Wir haben die effektive Sitzbreiten aller 16 Test-Sättel gemessen.

Der komplette Artikel stand in Trekkingbike-Ausgabe 2/2016.

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Kai Hilbertz am 14.04.2016

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