Ratgeber: Fahrraddiebstahl

So schützen Sie sich vor Fahrraddiebstahl

Fahrraddiebstahl ist trauriger Alltag in Deutschland. Zu Hause lassen sich Räder gut sichern, doch unterwegs sind sie angreifbar. Trekkingbike gibt Tipps, wie man trotzdem sicher fährt und parkt.

Stefan Frey/Gerolf Meyer am 25.02.2015
DS1411_Schloss-knacken-Auf
Daniel Simon

Verdammter Zwiespalt! Das schönste aller Fahrräder steht frisch geputzt zu Hause, giert nach der nächsten Ausfahrt, doch die Freunde wollen schon wieder in den Biergarten. Nichts gegen ein Bier, das Problem ist ein anderes: Das Rad darf nicht mit auf den Freisitz, damit ist aller Trinkgenuss dahin. Zu groß ist die Sorge, dass Langfinger sich am unbeobachteten Bike zu schaffen machen.
Ob Spritz-Tour zum Biergarten oder der schnelle Weg zum Supermarkt: Die Sorgen ums hochwertige Rad sind angebracht. 2013 wurden in Deutschland über 300.000 Raddiebstähle angezeigt. Das bedeutet, dass 800 Mal am Tag ein Bike geklaut wird. Ein Sechstel der betroffenen Räder waren ungesichert, in 260.000 Fällen spricht man von schwerem Diebstahl: Das Bike befand sich in Wohnung oder Keller und war angeschlossen. Wie viele Räder im öffentlichen Raum gestohlen werden, wird statistisch nicht erhoben. Doch erfahrungsgemäß ist der Klau auf offener Straße alltäglich. Die Aufklärungsquote aller Diebstähle ist mit 9,6 Prozent äußerst mager, die Diebstahl-Dunkelziffer wird sogar in doppelter Höhe vermutet. Beim Fahrradklau tappen Polizei, Versicherungen und Betroffene gemeinsam im Dunkeln. Was einmal unrechtmäßig den Besitzer gewechselt hat, bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit für immer verschollen. Einerseits mag das am mäßigen Ermittlungseifer überarbeiteter Polizeibeamter liegen, andererseits sorgen auch die Biker oft nur ungenügend vor: Wer seine Rahmennummer nicht notiert, gibt der Polizei nicht einmal die Chance, ein gestohlenes Rad bei einer Kontrolle zu identifizieren.
Neben der obligatorischen Anzeige nehmen Betroffene die Fahndung oft selbst in die Hand und legen sich wochenlang bei Ebay auf die Lauer. Man kann in Foren und auf Seiten wie www.fahrrad-gestohlen.de oder www.fahrradjaeger.de den Verlust anzeigen. Die Erfolgsquote bleibt jedoch gering. Darum gilt: Vorbeugen ist besser als Nachforschen. Laut Experten werden die meisten Diebstähle innerhalb von drei Minuten erledigt.
Mit einem guten Schloss und cleverer Anschließtaktik macht man Langfingern das Leben schwer. Doch auch bei der Prävention gilt das Augenmaßgebot: Die von der Polizei empfohlene Codierung ist für das Gros hochwertiger Räder tabu, wenn die Identifikationskürzel in den Rahmen gefräst oder gestanzt werden. Weder Aluminium- noch Carbon-Rahmen vertragen das, hochfeste Aufkleber sind eine Alternative. Zudem sollte man immer ein aktuelles Bild seines Rades auf dem Rechner haben. Wir geben die wichtigsten Sicherheitstipps für Biker. So kann man sich der Interessensgruppe Biergarten anschließen, ohne nach Hause laufen zu müssen.

Richtig anschließen

Fahrradschlösser werden immer sicherer, dünne Drahtspiralen sind von gestern. Doch auch ein gutes Schloss muss richtig eingesetzt werden. Die richtige Anschließstrategie ist die beste Diebstahlprävention.

1 Anschließen statt abschließen: Schließen Sie Ihr Rad immer an einem festen Gegenstand an, einfaches Zusammenschließen von Rahmen und Hinterrad reicht nicht aus. Besonders gut eignen sich Abstellbügel, aber auch Verkehrsschilder und massive Zaunelemente sind sichere Anker.

2 Immer im Blick: Je exponierter der Parkplatz, umso besser. Diebe klauen lieber unbeobachtet, im Blickfeld der Passanten sind sie wesentlich vorsichtiger. Parken Sie das Rad auf großen Abstellanlagen möglichst in der ersten Reihe.

3 Eng geschlossen: Schließen Sie das Schloss eng um Rahmen und Laufrad, so haben Diebe keinen Hebelansatz. Der Schließzylinder zeigt am besten nach unten und ist schwer zugänglich.

4 Bilden sie Banden: Wer in der Gruppe unterwegs ist, sichert mehrere Bikes mit mehreren Schlössern. Gut geeignet sind Abstellbügel, an denen links und rechts je ein Rad stehen kann. Doppelter Aufwand für Langfinger!

5 Kleine Helfer nutzen: Mit kleinen Zusatzschlössern und Systemen wie Pitlock beugt man dem Diebstahl von Anbauteilen vor.

6 Teile sichern: Schließen Sie schnell demontierbare Teile wie Laufräder mit Steckachsen mit dem Rahmen an. Auch kurze Schlösser reichen um beide Sitzstreben und sichern so das Hinterrad.

Den Artikel aus Ausgabe 1/2015 in voller Länge erhalten Sie als kostenlosen PDF-Download. 

Downloads


(für Print-Jahresabonnenten kostenlos)
Stefan Frey/Gerolf Meyer am 25.02.2015

Das könnte Sie auch interessieren


Anzeige