Test: Standpumpen

Standpumpen auf dem Prüfstand

  • Jochen Donner

Kaum ein Teil wird in der Fahrradwerkstatt häufiger benutzt als die Standpumpe. Wir haben zwölf Modelle von 30 bis 100 Euro getestet.

Viele Radfahrer sind mit zu wenig Luft in den Reifen unterwegs. Das ist schlecht für die Reifen und kostet beim Fahren unnötig Kraft. Clevere sind deshalb gut beraten, den Reifendruck regelmäßig zu kontrollieren. Vielfahrer und penible Naturen pumpen die Reifen ihrer Velos häufig wöchentlich oder noch öfter auf. Das geht am schnellsten und einfachsten mit einer guten Standpumpe.

Es gibt jede Menge verschiedene Modelle, doch welche sind für Trekkingbikes sinnvoll? Standpumpen lassen sich in drei Kategorien einteilen. Die erste Kategorie sind Pumpen die v.a. für Mountainbikes gedacht sind. Mit einem dicken Zylinder schaffen es diese Pumpen auch fette Stollenreifen mit wenigen Hüben auf 2 bar Druck zu bringen. Weil sie eben großvolumig ausgelegt sind, kostet das Aufpumpen jedoch viel Kraft, sobald etwas mehr Druck erzeugt werden soll. MTB-Pumpen schaffen meist nicht mehr als 4,5 bis 5,5 bar, je nach Modell. Daher sind sie für die meisten Trekkingbikes nicht geeignet.
Die zweite und größte Kategorie sind normale Standpumpen, deren obere Leistungsgrenze bei etwa 8 bis 11 bar liegt. Ihre Zylinder sind tendenziell dünner, dafür lassen sie sich leichter pumpen. Zum Vergleich: ein normaler 28"-Trekking-Reifen in 37-622 ist in etwa für 4 bis 6 bar ausgelegt. Die meisten Pumpen unserer Zwölfer-Auswahl sind „normale“ Pumpen, sie sind alle für die Reifen von Trekkingbikes geeignet.
Die dritte Kategorie sind sogenannte Rennkompressoren, die dazu geeignet sind, dünne Rennradreifen richtig prall aufzufüllen. Ihre Druckobergrenze kann bei 20 bar (!) oder noch mehr liegen. Sie brauchen bei dickeren Reifen viele Hübe, dafür pumpen sie sich eher bequem, mit wenig Kraftaufwand. Auch sie sind für Trekkingbikes geeignet.
Seit dem Aufkommen von Mountainbikes müssen Standpumpen in der Lage sein, nicht nur Dunlop- und Prestaventile zu bedienen, sondern auch Schraderventile (Autoventile). Um dies zu gewährleisten, haben Hersteller unterschiedliche Lösungen gefunden. 
Früher hatten die meisten Standpumpen ein kleines Manometer unten am Standfuß, das man oft nur mühsam entziffern konnte. Daher ging man dazu über, bei besseren Modellen das Manometer am oberen Ende des Zylinders anzubringen. Dies verbesserte die Ablesbarkeit, hatte aber den Nachteil, dass die Pumpenkonstruktion aufwändiger wurde. Der Luftstrom musste von unten am Fuß bis nach oben zum Manometer geführt werden. Interessanterweise haben die neuesten Standpumpen oft das Manometer wieder am Fuß, aber jetzt mit einem wesentlich größeren Durchmesser.
Im TREKKINGBIKE-Test mussten sich zwölf Standpumpen bewähren. Bei den Einstiegspumpen haben drei der vier Pumpen relativ dicke Zylinder mit 38 mm Durchmesser. Sie sind v.a. geeignet für dickere Reifen. Alle vier Pumpen können aber auch dünnere Trekkingreifen auf 6 bar aufpumpen – die Procraft tut sich als Testsieger in dieser Klasse am leichtesten. Alle vier Standpumpen sind für Gelegenheitsfahrer mehr als ausreichend und mit „Gut“ benotet.

Wer sich häufiger auf seinen Drahtesel schwingt und entsprechend öfter die Reifen aufpumpt, sollte sich überlegen 20-30 Euro mehr zu investieren. Die Standpumpen der Mittelklasse fühlen sich nicht nur besser an, sie pumpen auch besser. Alle verdienen das Prädikat „Sehr Gut“.
Die hochwertigen Standpumpen legen da noch eins drauf – drei sind von der Pumpleis­tung her „Super“. Alle vier sind hochwertig zusammengebaut. Der Profil Max FP70 fällt durch sein Pumpenkopf und Griff etwas ab, die anderen drei Pumpen sind alle empfehlenswert. Nun haben Sie die Wahl.

Die Standpumpen im Test:

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Schlagwörter: Fahrrad Standpumpe Test

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